Strategie & Wettbewerb · Volkswagen
Werke schließen, Stellen streichen, Boni kürzen. Der Konzern spart an den Kosten. Nur ist Kosten nicht das Problem. Das Problem heißt Software und China, und beides lässt sich nicht wegsparen.
In jeder VW-Schlagzeile steht dieselbe Zahl: die der wegfallenden Stellen. Dazu Werksschließungen, gekürzte Boni, ein Sparprogramm in Milliardenhöhe. Die Botschaft: Volkswagen ist zu teuer, also muss es billiger werden. Eine saubere Erzählung mit einem Fehler: Sie beschreibt das falsche Problem.
Nach Umsatz ist VW die unangefochtene Nummer eins. Genau deshalb greift die Kostenlogik: Wenn oben so viel reinkommt und unten wenig hängen bleibt, muss die Mitte zu fett sein. Nur ist die Marge nicht dünn, obwohl VW groß ist, sondern weil zwei Kostenblöcke außer Kontrolle sind, die auf keiner Streichliste stehen: die eigene Software und der eingebrochene Absatz in China.
Der Kontrast zu BYD ist strukturell, keine Subventionsstory: Wer Batterie, Halbleiter und Software selbst baut, verdient an jeder Stufe mit. Dieser Vorsprung verschwindet nicht mit dem nächsten Konjunkturzyklus und lässt sich nicht wegsparen. Kostensenkung kauft Zeit. Die Frage ist nur, wofür Wolfsburg sie nutzt.
Volkswagen kann jedes Werk der Welt schließen und wird trotzdem nicht wettbewerbsfähig, solange die Software hakt und China wegbricht. Sparen ist kein Plan, es ist die Abwesenheit eines Plans.
Was hier steht, ist meine Einordnung, klar als Meinung markiert. Die Zahlen, auf die ich mich beziehe, sind mit Quelle und Stand verlinkt. Begriffe erkläre ich im Glossar. Keine Anlageberatung, Angaben ohne Gewähr.
Was in der Autoindustrie wirklich passiert. Jeden Sonntag, in 5 Minuten.
40.000+ Leser aus VW, Mercedes & BYD.
Kein Spam · DSGVO-konform · Abmeldung mit 1 Klick. Datenschutz.