Studie · Strategie & Wettbewerb
Szenario-Analyse des Fraunhofer IAO zu Wertschöpfung und Beschäftigung in der europäischen Antriebsstrang-Produktion bis 2040, im Auftrag der Metall- und Elektro-Arbeitgeberverbände. Vier Regulierungs-Szenarien, ergänzt um Partial-Szenarien zu Innovationskraft und Standortfaktoren.
Kernzahl 726.000 Antriebsstrang-Stellen in Europa bis 2040
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Die ganze Debatte dreht sich um das Verbrenner-Aus. Die Studie sagt: Die Regulierung entscheidet das Tempo, nicht das Ziel. 3 von 4 Szenarien landen 2040 bei denselben 90 bis 95 Mrd. Euro Verlust. Wir streiten über den falschen Hebel.
Im strengsten Szenario der ELAB2040-Studie des Fraunhofer IAO entfallen bis 2040 rund 726.000 von rund 1,6 Mio. Stellen in der europäischen Antriebsstrang-Produktion, ein Minus von 45% gegenüber 2025. Der Großteil davon fällt bereits bis 2035 weg (rund 660.000 Stellen).
Nach der ELAB2040-Studie nicht. Die geltende EU-Regulierung, der Kommissionsvorschlag mit 90% CO2-Reduktion und eine technologieoffene Variante enden bis 2040 alle bei 90 bis 95 Mrd. Euro Wertschöpfungsverlust. Technologieoffenheit verschiebt den Zeitpunkt, an dem dieses Niveau erreicht wird, von 2035 auf 2040.
Die Studie beziffert Standortfaktoren als den stärksten Hebel. Verbesserte Energiepreise, kürzere Genehmigungsverfahren und flexiblere Arbeitsmarktregeln bringen bis 2035 bis zu 200 Mrd. Euro zusätzliche Wertschöpfung und rund 640.000 Stellen, etwa das Fünffache reiner Innovationsförderung. Voraussetzung ist laut Fraunhofer IAO, dass Unternehmen die Vorteile konsequent in Produktivität umsetzen.
Deutschland verliert laut ELAB2040 im strengsten Szenario rund 54,2 Mrd. Euro Wertschöpfung im Antriebsstrang (-64%). Davon entfallen rund 35 Mrd. Euro auf die Zulieferer, was einem Rückgang von 80% entspricht. Deutsche Zulieferer sind damit die am stärksten betroffene Gruppe der gesamten Untersuchung.
Betrachtet wird ausschließlich die produktionsbezogene Wertschöpfung im Antriebsstrang über 54 Wertschöpfungsmodule, also Komponentenfertigung plus Einbau. Forschung und Entwicklung, Zentralfunktionen und alle Fahrzeugbereiche außerhalb des Antriebsstrangs bleiben außen vor. Der Antriebsstrang macht bei Verbrennern rund 25% der Fahrzeug-Wertschöpfung aus, bei batterieelektrischen Fahrzeugen rund 40%.
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